07.02.2013

5. Gesamtworkshop ELKE Phase III in Klingenmünster

Der letzte Gesamtworkshop aller Partner in der Phase III von ELKE fand vom 31.01. – 01.02.2013 in der Pfalz in Klingenmünster statt.

Ziel dieses Workshops war die Vorstellung der Ergebnisse aus der Feldarbeit und die anschließende Diskussion für eine praxisgerechte Weiterentwicklung des Konzeptes „Naturschutz durch Landbau“, wie es in ELKE umgesetzt und im direkten Raum- und Zeitvergleich beforscht wurde.

Äußerst interessant waren die Beiträge zu den einzelnen Kulturen in Hinsicht auf die sich einfindenden Arten und Lebensgemeinschaften. So sind Agrarholzkulturen definitiv neue Lebensräume in der Kulturlandschaft, die Arten aus unterschiedlichen Ursprungslebensräumen aufnehmen. Eine flächiges Agrargehölz in Form einer Kurzumtriebsplantage ist weder Hecke noch Brache, Saum oder Acker, sondern vereint bestimmte Eigenschaften all dieser Habitate. Ein Agroforstsystem z.B. mit Energieholzstreifen weist noch mehr Übergangsbereiche auf und bietet damit eine hohe Vielfalt auf kleinem Raum. Eine hohe zeitliche und räumliche Vielfalt - ein Wechsel z.B. zwischen überjährigen Kleegras-, Wildpflanzen- und einjährigen Getreidebeständen - bietet der Anbau von Gemengen für die Biogasverwertung. Diese verschiedenen extensiven Anbausysteme lassen sich auf die ökologischen Anforderungen an die Kompensation und die regionalen Verwertungswege abgestimmt gezielt einsetzen.

Die Sichtweise auf dynamische, bewirtschaftete Lebensräume bzw. Kulturen im Raumverbund zeigt die Leistungsfähigkeit dieser Kulturen in der Kulturlandschaft, reale Kompensationsleistungen zu übernehmen. Denn darum geht es in der Anwendung dieser Erkenntnisse. Dies verdeutlichten die Bewirtschafter und lokalen Koordinatoren der Modellstandorte, die auf die Schwierigkeiten in der Anwendung hinwiesen. Eine Herausforderung liegt schlicht in der Einordnung der ELKE-Landnutzungskonzepte in bestehende Bewertungsanleitungen, die weder diese Kulturen aufführen noch einen höheren Wert in der Kombination von Kulturen abbilden. Hier besteht ein Weiterentwicklungsbedarf, der in Hinsicht auf die Bundeskompensationsverordnung (BKompV) konkretisiert dem BMELV Anfang Januar vorgelegt wurde und somit Eingang in die Diskussion zur konkreten Entwicklung der Anlagen des Verordnungstextes findet, woraus sich letztlich der Handlungsspielraum vor Ort ergibt.

In der Diskussion verdeutlichte sich zudem der Wert der Erkenntnisse aus ELKE für weitere, verwandte Themen. So können wertvolle Hinweise für das aktuell diskutierte Greening der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Europa wie auch zu künftigen Agrarumweltprogrammen und Fördermaßnahmen gegeben werden.

Im späten Frühjahr 2013 werden alle Ergebnisse aus ELKE III in einem Endbericht und verschiedenen Kurzfassungen für die regionale Praxis vorliegen. Gleichzeitig geht der Dialog an den Modellstandorten wie auch an neuen Praxisstandorten weiter.